| Im Gleitschirm auf 10.000 Meter
17.02.2007 | SN
Gewittersturm riss Fliegerin bei Training wie in einem Aufzug in extrem eisige Höhen. Nach eineinhalb Stunden konnte sie sicher auf der Erde landen.
SYDNEY (SN, dpa). Eine deutsche Gleitschirmfliegerin wurde von einem Gewittersturm in Australien binnen weniger Minuten in zehn Kilometer Höhe gerissen - und hat wie durch ein Wunder überlebt. Ewa Wisnierska war bei einem Trainingsflug am Mittwoch in die Wolke geraten und verlor das Bewusstsein. "Ich bin überrascht, dass das alles so gut ausgegangen ist." Weniger Glück hatte ein chinesischer Gleitschirmpilot: Er kam im Sturm ums Leben. Seine Leiche wurde 75 km entfernt entdeckt.
Die 35-jährige Sportlerin aus Rheinland-Pfalz dagegen landete nach etwa eineinhalb Stunden 500 Meter von einem Bauernhof entfernt. Ihre Gliedmaßen waren steif und ihre Kleidung war am Körper festgefroren. "Die Kräfte sind unvorstellbar", sagte sie einem australischen Rundfunksender. "Man fühlt nichts, man ist wie ein Blatt von einem Baum, das in die Luft getragen wird."
Das Unglück sei passiert, als sich seitliche Schauerwolken plötzlich in der Flugbahn zu einer Gewitterwolke geschlossen hätten. "Auf einmal ging's dann mit 15, 20 Meter pro Sekunde hinauf. Ich wurde von der Wolke dann immer höher und immer höher eingesaugt", erzählte Wisnierska. Ihr Schirm sei wie in einem Aufzug 9900 Meter empor gerast. In dieser Höhe fliegen sonst Passagierflugzeuge - die Luft ist in diesem Bereich sehr dünn und mit rund 50 Grad minus extrem eisig.
Sie sei zeitweise bewusstlos gewesen, habe ihren Schirm aber schließlich wieder zu Boden steuern können, berichtete die Sportlerin weiter. Wisnierska seien tennisballgroße Hagelkörner um die Ohren geflogen, sie habe Frostbeulen an Waden und Ohren, sagte der Organisator der kommende Woche in Australien beginnenden Weltmeisterschaft im Gleitschirmfliegen.
Wisnierska ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und trainiert in Australien für die WM. Sie war Vize-Europameisterin und zuvor Weltcup-Siegerin im Gleitschirmfliegen. Der Leiter der deutschen Flugschule, in der die Frau arbeitet, meinte, sie habe unwahrscheinliches Glück gehabt, ihm sei kein anderer Fall bekannt, in dem ein Gleitschirmflieger eine ähnliche Situation überlebt habe.
Oesterreich
Flugschule muss zahlen
24.06.2006 | SN
Verletzter Deutscher klagte - Aufklärungspflicht
wien (SN, APA). Unternehmen, die so genannte Risikosportarten anbieten, trifft eine besondere Aufklärungspflicht. Das hat jetzt der Oberste Gerichtshof (OGH) festgestellt und einem Deutschen 10.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Beratung und Belehrung der Teilnehmer muss demnach umfassend und instruktiv erfolgen, damit sich diese der möglichen Gefahren bewusst werden.
Der Deutsche hatte bei einer Tiroler Flugschule einen Tandemflug mit einem Gleitschirm gebucht und war verunglückt. In der ersten Instanz war seine Klage gegen die Flugschule abgewiesen worden.
Chronik
Mit Paragleiter abgeschossen
24.08.2005 | SN
duschanbe (SN, dpa). Grenzschützer der zentralasiatischen Republik Tadschikistan haben einen Paragleiter vom Himmel geschossen, der 18 Kilo Heroin aus Afghanistan einschmuggeln wollte. Der motorisierte Gleitschirm habe sich am Montag von Südosten der Grenze genähert, als die Soldaten das Feuer eröffneten, hieß es. Nach dem verletzten Piloten werde gesucht. |